Bildsprache ohne Diskriminierung Sechs Tipps zur diskriminierungsarmen Bildnutzung in der politischen Bildung

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Eingesprochen von Nil Idil Çakmak

In der politischen Bildung sind Bilder wichtig. Sie werden beispielsweise verwendet, um wissenschaftliche Texte visuell zu verstärken, und kommen in Workshops und Präsentationen zum Einsatz. Sie wirken unmittelbar, sind universell verständlich. Nach dem Motto „Bilder sagen mehr als tausend Worte“ können sie ein notwendiges Tool sein, um abstraktes Wissen anschaulich herunterzubrechen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die verwendeten Bilder die Wirklichkeit möglichst realitätsgetreu abbilden. Diese Tipps können dabei helfen, Bilder frei von Klischees und Stereotype für Inhalte der politischen Bildung auszuwählen. Die Tipps werden empfohlen vom Verein „Neue deutsche Medienmacher_innen“.

 

  • Tipp 1: Bilder auf Vorurteile überprüfen

    Bei Themen etwa über Minderheiten, soziale Ungleichheit oder LGBTQI_ kann es schnell passieren: Die Bilder zeigen Klischees. Zu sehen sind beispielsweise Frauen mit Kopftuch und Supermarkttüten in der Hand oder LGBTQI_-Menschen mit Regenbogenfahnen auf dem Christopher Street Day. Gerade sogenannte Symbolbilder können problematisch sein; denn im schlimmsten Fall bekräftigen sie Vorurteile gegen eine Minderheit. Doch lassen sich gängige Fehler vermeiden. Deshalb sollten Bilder stets auf Vorurteile überprüft werden. Auch auf die eigenen. So lassen sich Klischees vermeiden und dem Kontext angemessene Bilder finden.

     

  • Tipp 2: Die Verwendung von Symbolbildern hinterfragen

    Bevor es auf die Suche nach einem Symbolbild geht, sollte stets überlegt werden, ob es überhaupt notwendig ist. Denn es könnte sein, dass es lediglich Klischees abbildet und nicht die gesellschaftliche Vielfalt.

     

  • Tipp 3: Minderheiten in Portraits fair darstellen

    Werden Minderheiten porträtiert, sollten sie in einer aktiven Rolle oder in Interaktion mit jemandem gezeigt werden statt als passives Problemobjekt. Außerdem sollten sie entscheiden können, wie sie dargestellt werden. Denn sie sind die Expert_innen ihrer Lebensrealität. 

     

  • Tipp 4: Nach passenden Bildern suchen

    Wenn sich kein geeignetes Bild in Bilddatenbanken finden lässt, kann es auch sinnvoll sein, ein eigenes Bild aufzunehmen oder ein neues Bild in Auftrag zu geben. Auch lohnt es sich, nach alternativen Bilddatenbanken zu suchen. Die Fotodatenbank gesellschaftsbilder.de beispielsweise hat den Anspruch, Bilder fernab von Klischees anzubieten. Sollte der Einsatz eines Bildes nicht unbedingt nötig sein, kann es auch sinnvoll sein, gänzlich auf eine Bebilderung zu verzichten.

     

  • Tipp 5: Gesellschaftliche Vielfalt in Bildern repräsentieren

    Gerade für allgemeine Themen wie zum Beispiel Arbeitsplatz, Bildung, Familie oder Rente können vielfältige Darstellungsformen gewählt werden. Wie wäre es auch einmal mit einer Regenbogenfamilie, mit Menschen mit einer Behinderung oder mit Menschen, die eine Einwanderungsgeschichte haben? Normalität kann sehr vielfältig sein.

     

  • Tipp 6: Merkmalsvielfalt bei Bildern beachten

    Menschen können diversen Gruppen angehören. Eine Frau mit Kopftuch kann Mechatronikerin und alleinerziehende Mutter sein, der Mann im Rollstuhl kann Anwalt und transgeschlechtlich sein. Wird diese Merkmalsvielfalt beachtet, kann es gelingen, eine angemessene, nicht diskriminierende Bebilderung zu finden.