Demokratie und Medien

"UNSERE DEMOKRATIE STEHT UND FÄLLT MIT POLITISCHER MEDIENKOMPETENZ"

Interview mit Dr.in Dorothée Hefner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der HMTM Hannover

 

Fangen wir ganz allgemein an: Warum nutzen Menschen eigentlich Medien?

Menschen nutzen Medien aus den unterschiedlichsten Gründen: um sich zu unterhalten, sich abzulenken oder zu entspannen. Um etwas zu lernen und sich zu informieren. Um Gefühle zu erleben, zu verstärken oder abzuschwächen – bspw. Spannung oder Freude oder Traurigkeit. Menschen nutzen Medien häufig auch, um sich mit anderen Menschen zu verbinden – sei es durch gemeinsame Medieninteressen und -erfahrungen, über die man sich unterhalten kann, oder über geteilte Gruppenidentitäten. Und Menschen nutzen Medien, um ihre eigene Identität herauszufinden und herauszubilden oder zu festigen. In diesem Zusammenhang werden Medien auch stark genutzt, um sich mit anderen zu vergleichen. Zuletzt nutzen Menschen Medien, um Kompetenzerfahrungen zu machen, wie dies bspw. Computerspiele ermöglichen.

Welche Bedürfnisse Menschen mit welchen Medienangeboten befriedigen, ist übrigens sehr individuell und situationsabhängig. Das Bedürfnis nach Unterhaltung kann bspw. durch das Schauen von Nachrichten befriedigt werden und das Bedürfnis nach Information und Lernen durch eine TV-Serie.

 

Worin bestehen Unterschiede in der Nutzung klassischer und sozialer Medien? Inwiefern hat es einen Effekt, ob ich mich in Social Media oder auf einer redaktionellen Website bewege?

Bei der Nutzung sozialer Medien sind „die anderen“ natürlich viel präsenter. Doch auch bei den „klassischen Medien“ wissen – bzw. wussten – wir oft, welche Medienangebote die Menschen, denen wir uns verbunden fühlen, nutzen. Beispielsweise haben alle die „Tagesschau“ geguckt oder samstagabends „Wetten dass …?“, und am folgenden Wochentag hat man sich darüber unterhalten.

Im Rahmen der Sozialen Medien ist das Soziale aber viel unmittelbarer: Da erreichen mich bspw. Nachrichten, weil jemand aus meinem Netzwerk sie geteilt und/oder gelikt hat. Die Kommentare von anderen, teils bekannten, teils unbekannten Personen kann ich ebenfalls sehen. Und damit habe ich gleich Hinweise darauf, ob ich diese Nachricht lesen sollte, und auch, wie ich sie bewerten könnte. Die Informationen sind also sozial eingebettet und haben – je nach Größe und Zusammensetzung des eigenen Online-Netzwerks – mehr oder weniger große Chancen, mich zu erreichen.

Doch nicht nur das eigene soziale Netzwerk bestimmt mit, welche Nachrichten mir auf Social-Media-Kanälen gezeigt werden, sondern auch die Algorithmen von „Intermediären“, also Informationsvermittler_innen zwischen bspw. einer Zeitung und ihren Leser_innen, also Facebook, Google und Co. Über diese Algorithmen wissen wir (noch) viel zu wenig. Erste empirische Ergebnisse zeigen aber zum Beispiel: Wenn ein Algorithmus einer sozialen Netzwerkseite wie Facebook eine Person als politisch uninteressiert „abgespeichert“ hat, bekommt diese Person zukünftig weniger politische Informationen vom Algorithmus „zugespielt“.

 

Und was bedeutet das für politisches Wissen und Einstellungen?

Dies zieht natürlich die Befürchtung nach sich, dass sich die Wissenskluft zwischen den politisch Interessierten und Vorgebildeten und denjenigen, die kein Interesse und wenig politische Vorbildung haben, weiter vergrößert.

Dies wird nicht nur durch Algorithmen gefördert, sondern auch durch die (oft kaum bewussten) Entscheidungen der einzelnen Nutzer_innen: Die heutige „High-Choice-Medienumgebung“ ermöglicht mir – im Gegensatz zum linearen Fernsehen mit einer eingeschränkten Auswahl an Kanälen –, jederzeit genau solche Medieninhalte zu rezipieren, die mich interessieren. Diese Medienumwelt kann begünstigen, dass politisch eher wenig interessierte Menschen politische Informationen nun gänzlich vermeiden und bspw. nur noch Unterhaltung rezipieren.

Dem gegenüber steht die Hoffnung, dass auch politisch Uninteressierte weiterhin oder sogar stärker als früher mit Nachrichten konfrontiert werden – und zwar dadurch, dass in Sozialen Medien wie Facebook politische Nachrichten weitverbreitet sind und somit Menschen zufällig und automatisch mit ihnen in Kontakt kommen. Diese Hoffnungen können bislang allerdings kaum empirisch untermauert werden; eher wird klar, dass vor allem diejenigen von einer solchen „incidental news exposure“ profitieren, die ohnehin bereits ein Interesse an politischen Themen haben. Und dass diejenigen, die darauf setzen, schon irgendwie automatisch das Wichtigste mitzubekommen, am Ende die sind, die weniger wissen.

 

Das klingt eher pessimistisch. Gibt es auch etwas, das optimistisch stimmt?

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass soziale Medien wenigstens nicht (so stark) wie befürchtet eine Fragmentierung und Polarisierung von Meinung in der Öffentlichkeit vorantreiben, da das Phänomen der „Echokammer“ bzw. der „Filter Bubble“ sich empirisch doch weniger zeigen lässt als im öffentlichen Diskurs vermutet und Menschen in den sozialen Medien durchaus mit Beiträgen konfrontiert werden, die nicht den eigenen Ansichten entsprechen.

 

Gibt es noch weitere wichtige Unterschiede zwischen sozialen und redaktionell bearbeiteten Medien?

Auch die Akteur_innen unterscheiden sich. Anders als auf redaktionellen Webseiten von Zeitungen oder Fernsehsendern kommen in den Sozialen Medien nicht nur Journalist_innen, sondern auch Privatpersonen, also nicht-professionell Kommunizierende, sowie strategisch Kommunizierende, bspw. Politiker_innen, die parteispezifische Interessen vertreten, zu Wort. Bei diesen Gruppen ist nicht davon auszugehen, dass sie sich zwingend journalistischen Qualitätskriterien wie Korrektheit, Transparenz, Recherche, Unabhängigkeit oder der Einhaltung ethisch-moralischer Richtlinien verpflichtet fühlen.

In Bezug auf politische Informationen bedeutet dies, dass Nutzer_innen von Sozialen Medien im Grunde über eine höhere Medien- oder Nachrichtenkompetenz verfügen müssten als Nutzer_innen von klassischen redaktionellen Angeboten. Nutzungsdaten weisen allerdings darauf hin, dass insbesondere jüngere Menschen zur Gruppe derer gehören, die Nachrichten vor allem über Soziale Medien rezipieren. Gerade bei ihnen ist zu befürchten, dass ihr Kompass bezüglich der Einordnung und Bewertung von Quellen noch nicht so weit entwickelt ist wie bei erfahreneren Mediennutzer_innen.

 

Welche Rolle spielen Emotionen beim Konsum von Medien im Internet, insbesondere bei der Nutzung von Informationsangeboten zu politischen Themen? Wie wirken sich Emotionen auf die Verarbeitung von Informationen aus?

Emotionen spielen grundsätzlich eine sehr große Rolle, sowohl im Hinblick auf die Auswahl von Medien(-inhalten) als auch auf ihre Verarbeitung und Wirkung. Im Bereich der politischen Kommunikation(-sforschung) wurden Emotionen allerdings lange stiefmütterlich behandelt. Erkenntnisse aus der Psychologie zeigen, wie groß die Rolle von Emotionen in Bewertungs- und Entscheidungsprozessen ist und wie stark Emotionen und Kognitionen miteinander zusammenhängen. Auch in der Kommunikationswissenschaft wächst die Anzahl von Untersuchungen, die sich mit der Rolle von Gefühlen bei der (politischen) Mediennutzung auseinandersetzen.

Eine Frage, die derzeit stark beforscht wird, lautet, ob und wie stark Populist_innen in ihrer Kommunikationsstrategie darauf setzen, Gefühle auszulösen. Ergebnisse zeigen, dass sie dies tatsächlich tun und dabei insbesondere mit den Emotionen Ärger und Angst arbeiten.[1]

 

Doch warum tun sie das und welche Wirkungen lassen sich nachweisen?

Zunächst zeigen emotionspsychologische Erkenntnisse, dass Ärger entsteht, wenn für einen selbst ungünstige Situationen von anderen verursacht worden sind (bzw. dies so interpretiert wird). Diese anderen, die Verursacher_innen des Leids, sind in der populistischen Kommunikation häufig entweder die Regierenden, also die „herrschende Elite“, oder – in der rechtspopulistischen Kommunikation – Fremde. Um Ärger auszulösen, wird also bspw. eine (vermeintlich) steigende Kriminalität Migrant_innen angelastet oder eine negative wirtschaftliche Lage der Regierung.

Die Emotion Angst ist eine Reaktion auf eine wahrgenommene unkontrollierbare Bedrohung. Sie kann bewirken, dass Mediennutzer_innen anschließend besonders aufmerksam sind gegenüber weiteren bedrohlichen Nachrichten, die sie in ihrem Unsicherheitsgefühl bestärken. Auf diese Weise ausgelöster Ärger sowie Angst können dazu führen, dass bestimmte politische Entscheidungen befürwortet werden, die einerseits Sicherheit versprechen und andererseits „Schuldige“ abstrafen: bspw. härtere Bestrafungen für (ausländische) Straftäter_innen,[2] die Schließung der Grenzen oder eben die Abwahl der „herrschenden Elite“.

 

Was bedeutet das für Mediennutzende? Worauf sollten sie achten? Welche Techniken sollten sie (er-)kennen?

Für Mediennutzende sollte das nicht bedeuten, von nun an bei der Nutzung politischer Informationen Gefühle möglichst zu unterdrücken. Gefühle sind nicht immer schlechte Ratgeber, sondern können auch Positives, bspw. Hilfsbereitschaft, bewirken. Zudem zeigt die psychologische Forschung, dass die Unterdrückung von Gefühlen uns auf lange Sicht unglücklicher macht.[3]

Eine Strategie, die sowohl für die eigene Gefühlslage als auch für die politische Mediennutzung die zuträglichere zu sein scheint, ist die der Achtsamkeit. Achtsam zu sein, bedeutet, mit seiner Aufmerksamkeit im Moment und bei der gegenwärtigen Erfahrung zu sein; also auch, sich seiner Gefühle bewusst zu sein. Und diese Bewusstheit kann ermöglichen, auch die Ursachen und möglichen Folgen der Gefühle zu erkennen und zu hinterfragen.

Löst also bspw. eine politische Botschaft Ärger aus, wäre es nützlich, dies als Mediennutzer_in mitzubekommen. Erst dann kann man nämlich hinterfragen, warum dieses Gefühl aufkommt und wodurch es ausgelöst worden ist; und im nächsten Schritt, ob vielleicht eine Kommunikationsstrategie hinter der Auslösung dieses Gefühls liegt und welche Folgen dieses Gefühl mit sich bringt, bspw. für die eigene Meinungsbildung.

 

Das heißt, man sollte an vermeintlich „sachliche“ politische Themen eben nicht nur „sachlich“ herangehen?

(Politische) Medienkompetenz hat nicht nur etwas mit Hintergrundwissen und kritischem Denken zu tun, sondern auch mit der Fähigkeit, die eigenen Gefühle (und natürlich auch Gedanken) zu beobachten, sie in Beziehung zu Eigenschaften der Botschaft zu setzen und sie zu hinterfragen.

Achtsamkeit hilft außerdem, Informationen weniger heuristisch und oberflächlich zu verarbeiten, also bspw. sich weniger von Stereotypen leiten zu lassen. Und dies ist natürlich erwünscht in der Auseinandersetzung mit politischen Inhalten.

Je mehr also Mediennutzer_innen darauf achten, welche Gedanken und Gefühle Medienbotschaften bei ihnen auslösen, desto weniger sind sie ihnen ausgeliefert und desto selbstbestimmter können sie mit Informationen umgehen, sind also weniger anfällig für Techniken der strategischen Kommunikation, die mit der unbewussten und automatisierten Informationsverarbeitung von Nutzer_innen arbeitet.

 

Politische Themen können auch in Berichten über Lifestyle-Themen stecken. Was bedeutet das für die Nutzer_innen und wie wirkt sich das auf die Vermittlung von Medienkompetenz aus?

Genau: Politik wird nicht nur über Nachrichten vermittelt, sondern auch über ganz andere Formate. Und das teilweise geplant und strategisch – man denke an „Entertainment Education“. Häufig aber auch ungeplant und als zufälliges „Nebenprodukt“ – man denke zum Beispiel an eine Mode-Influencerin auf Instagram, die sich zu Nachhaltigkeit in der Kleidungswirtschaft äußert. Oder einfach durch ihr dargestelltes, reduziertes und ausgewähltes (Einkaufs-)Verhalten eine Einstellung dazu offenbart. Die Personen, die dieser Influencerin folgen, haben oft nicht zum Ziel, politische Informationen zu erhalten oder politisch beeinflusst zu werden. Trotzdem kann das passieren. Andersrum kann dargestelltes konsumorientiertes Verhalten von Influencer_innen natürlich auch materialistische Einstellungen befördern.[4] Eine große Rolle spielen dabei auch die sozialen Normen im Umfeld: So zeigte sich, dass Jugendliche sich auch deshalb von Influencer_innen beeinflussen lassen, weil sie davon ausgehen, dass auch ihre Freund_innen von den Influencer_innen beeinflusst werden und ihnen entsprechend Konsum ebenfalls wichtig ist.

Auch dies deutet auf die große Rolle von Gefühlen hin; hier auf die Relevanz des Gefühls der Verbundenheit und Zugehörigkeit. Menschen haben ein tiefes Bedürfnis danach, dazuzugehören, sich mit anderen verbunden zu fühlen. In den Medien werden häufig gerade durch die Präsentation von Lifestyle – wobei Sport natürlich einen relevanten Teil ausmacht – soziale Identitäten und Gruppen angeboten, denen man sich zugehörig fühlen möchte. Und diese haben oft auch politische Komponenten, man denke zum Beispiel auch an Geschlechterrollen oder Einstellungen zu Homosexualität.

 

Und welche Schlüsse sollte die politische Bildung daraus ziehen?

Für die Vermittlung von politscher Medienkompetenz sollte dies bedeuten, dass eben nicht nur politische Nachrichten Gegenstand der Betrachtung sein sollten, sondern auch Unterhaltung, Alltagsweltliches, Sport. Man könnte sich in der Arbeit mit Jugendlichen bspw. genau das anschauen, was diese zuletzt rezipiert haben, und darin gemeinsam das Politische suchen, identifizieren, analysieren. Auch hier geht es wieder um Bewusstmachung. Niemand nutzt Medien immer im voll rational-bewussten Modus; das würde häufig auch den Spaß verderben. Aber es ist wichtig, dies hin und wieder zu tun oder Medientexte im Nachhinein mit einem analytischeren, kritischeren Blick anzuschauen, um sich der eigenen Unbewusstheit und des Beeinflussungspotenzials, das in vermeintlich unpolitischen Medienbotschaften und -nutzung liegt, bewusst zu werden.

 

Emotionen und Informationen werden nicht nur über Nachrichten und Soziale Medien, sondern auch in Games vermittelt. Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung und Nutzung hier?

Beim Spielen von Videospielen tauchen Menschen durch die Interaktivität und die Gestaltung besonders stark in die angebotene Geschichte des Spiels ein. Spieler_innen sind also meist in einem emotional-involvierten Modus. Dies erleichtert, zumindest theoretisch, die Beeinflussung von Einstellungen. Die Identifikation mit dem Avatar, die insbesondere bei Ego-Shootern befördert wird, kann das Eintauchen in die Geschichte erhöhen und somit auch die Wahrscheinlichkeit, Einstellungen zu übernehmen. Dies wird insbesondere deshalb mit Sorge betrachtet, weil Videospiele häufig gewalttätige und militaristische Inhalte haben.

Die Datenlage dazu ist allerdings nicht eindeutig: So zeigt zum Beispiel eine Studie einen Zusammenhang zwischen Spielen sexistischer Videospiele und sexistischen Einstellungen[5] und eine andere, dass das Spielen gewalthaltiger und militaristischer Videospiele nicht mit denselben Einstellungen zusammenhängt.[6] Hier scheint es also noch weitere Faktoren zu geben, die in das Wirkgeschehen eingreifen – zum Beispiel das Alter oder eben auch die Bewusstheit über mögliche Einflüsse – und die weitergehend erforscht werden sollten.

 

Haben Videospiele also ausschließlich unerwünschte politische Folgen?

Computerspiele können durchaus auch auf positive Weise die Aneignung politischer Kompetenzen unterstützen, indem diese durch die Anwendung im Spiel gelernt und verinnerlicht werden. Dies ist einerseits möglich in Spielen, die einen starken politischen Bezug haben – wie bspw. „Demokratie 3“ –, oder auch als Nebenprodukt von anderen Spielen, darunter auch solchen, die man mit anderen gemeinsam spielt und bei denen es um eine geplante, gemeinschaftliche Zielerreichung geht. Lernen beim Computerspielen ist insbesondere deshalb so effektiv, weil die Spieler_innen intrinsisch motiviert sind, also aus sich selbst heraus, was eine ideale Ausgangslage für Lernen ist. Die Möglichkeit, Menschen durch Spielen für wichtige Themenfelder wie Politik zu interessieren und zu begeistern, ist insbesondere für spieleaffine Zielgruppen interessant, die möglicherweise sonst kaum Zugänge zu Politik haben.

 

Warum ist es Ihrer Ansicht nach in einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive wichtig, politische Medienkompetenz zu vermitteln? Wie wirkt es sich auf das demokratische Zusammenleben aus, wenn die Nutzer_innen unbewusst und ohne die nötigen Techniken Medien nutzen?

Unsere Demokratie steht und fällt mit politischer Medienkompetenz. Denn ohne sie sind Bürger_innen nicht in der Lage, sich adäquat zu informieren, gute Quellen von schlechten zu unterscheiden, Kommunikationsstrategien zu durchschauen, Fake News zu erkennen, über Algorithmen nachzudenken und Nachrichten in Kontexten zu sehen; und als Folge dann auch nicht, die für sie richtige Wahlentscheidung zu treffen und am politischen Prozess zu partizipieren.

Die Medienlandschaft, in der politisch kommuniziert wird, wird immer komplexer und für viele Nutzer_innen auch unübersichtlicher. Demokratie braucht aber Bürger_innen, die einen gewissen Überblick haben und die im alltäglichen Leben – das ja auch ein permanentes Online-Sein bedeutet – nicht einer automatischen und unbewussten (politischen) Mediennutzung und Informationsverarbeitung ausgeliefert sind. Daher sollte eine demokratische Gesellschaft in die Vermittlung von politischer Medienkompetenz investieren und dabei Unterschiede in den Nutzungsgewohnheiten und Lebenswelten verschiedener Altersgruppen und Milieus im Blick behalten.

 

Das Interview führte Dr.in Daniela Kallinich.

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Quellen

[1] Siehe Heiss, Raffael/Matthes, Jörg: Stuck in a Nativist Spiral: Content, Selection, and Effects of Right-Wing Populists’ Communication on Facebook, in: Political Communication, Jg. 37 (2020), H. 3, S. 303–328.

[2] Vgl. Kühne, Rinaldo/Katharina, Sommer/Weber, Patrick: Kognitive und emotionale Framing-Effekte auf Einstellungen. Überlegungen zur Relevanz der Untersuchung von Mediationsprozessen und eine empirische Überprüfung, in: Medien & Kommunikationswissenschaft, Jg. 63 (2015), H. 1, S. 44–61.

[3] Siehe Brockman, Robert et al.: Emotion regulation strategies in daily life: mindfulness, cognitive reappraisal and emotion suppression, in: Cognitive Behaviour Therapy, Jg. 46 (2017), H. 2, S. 91–113.

[4] Vgl. Ho, Hillbun/Shin, Wonsun/Lwin, May O.: Social Networking Site Use and Materialistic Values Among Youth: The Safeguarding Role of the Parent-Child Relationship and Self-Regulation, in: Communication Research, Jg. 46 (2019), H. 8, S. 1119–1144.

[5] Siehe Fox, Jesse/Potocki, Bridget: Lifetime Video Game Consumption, Interpersonal Aggression, Hostile Sexism, and Rape Myth Acceptance: A Cultivation Perspective, in: Journal of Interpersonal Violence, Jg. 31 (2016), H. 10, S. 1912–1931.

[6] Siehe Festl, Ruth/Scharkow, Michael/Quandt, Thorsten: Militaristic Attitudes and the Use of Digital Games, in: Games and Culture, Jg. 8 (2013), H. 6, S. 392–407.